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Energie-Glossar.

Die Begriffe, die Ihnen in Angeboten, Verträgen und Rechnungen begegnen – kurz erklärt, ohne Fachchinesisch.

Was ist eine Abnahmestelle?

A

Die Abnahmestelle ist der Ort, an dem Energie aus dem Netz entnommen wird – identifiziert über die Marktlokations-ID (MaLo-ID) Ihres Zählers. Verträge, Netzentgelte und Messungen beziehen sich immer auf die einzelne Abnahmestelle. Betriebe mit mehreren Standorten haben entsprechend mehrere Abnahmestellen, die gebündelt verhandelt werden können.

Was ist der Arbeitspreis?

A

Der Arbeitspreis ist der Preis pro verbrauchter Kilowattstunde, angegeben in ct/kWh. Er ist der variable Teil Ihrer Energiekosten – je mehr Sie verbrauchen, desto stärker wirkt er. Bei einem Gewerbebetrieb mit 120.000 kWh entscheidet schon ein Unterschied von 1 ct/kWh über 1.200 € im Jahr.

Was ist Ausgleichsenergie?

A

Ausgleichsenergie gleicht die Differenz zwischen prognostiziertem und tatsächlichem Verbrauch eines Bilanzkreises aus. Sie wird vom Übertragungsnetzbetreiber abgerechnet und ist meist teurer als regulär beschaffte Energie. Gute Verbrauchsprognosen – etwa auf Basis Ihres Lastgangs – senken diese Kosten.

Was ist Base (Baseload)?

B

Base oder Baseload bezeichnet die Grundlast: eine konstante Stromlieferung über alle 24 Stunden des Tages. An der Börse ist „Base" das Standardprodukt, dessen Preis (z. B. in €/MWh für das Frontjahr) als Referenz für Liefer­verträge dient – auch in unserem Marktticker.

Was ist ein Bilanzkreis?

B

Ein Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiekonto beim Übertragungsnetzbetreiber, in dem Einspeisungen und Entnahmen ausgeglichen sein müssen. Jeder Versorger führt seine Kunden in Bilanzkreisen; Abweichungen kosten Ausgleichsenergie. Für Sie relevant: Saubere Prognosen senken die Beschaffungskosten – und damit Ihren Preis.

Was ist das EEG?

E

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt Einspeisung und Vergütung von Strom aus erneuerbaren Quellen. Für PV-Betreiber legt es die Einspeisevergütung über 20 Jahre fest; für Verbraucher bestimmte es bis 2022 die EEG-Umlage, die seither über den Bundeshaushalt finanziert wird.

Was ist die EEX?

E

Die European Energy Exchange in Leipzig ist die zentrale Energiebörse für Strom, Gas und CO₂-Zertifikate in Europa. Ihre Preise – etwa Strom Base Frontjahr in €/MWh – sind die Referenz für Liefer­verträge und für die Tranchen-Beschaffung. Unser Marktticker zeigt EEX-Notierungen.

Was ist Eigenerzeugung?

E

Eigenerzeugung bedeutet, Strom am eigenen Standort zu produzieren – im Mittelstand meist per Photovoltaik. Selbst erzeugter Strom kostet über die Laufzeit 6–9 ct/kWh* und ersetzt Netzbezug von rund 27 ct*; die Differenz ist Ihr Kostenvorteil pro Kilowattstunde.

Was ist der Emissionshandel (EUA)?

E

Im europäischen Emissionshandel kaufen Kraftwerke und Industrie Zertifikate (EUA – European Emission Allowances) für jede Tonne CO₂. Der EUA-Preis in €/t fließt in die Stromerzeugungskosten ein und bewegt damit auch Ihren Strompreis – deshalb steht er in unserem Marktticker.

Was ist eine Energiebörse?

E

An einer Energiebörse werden Strom und Gas standardisiert gehandelt – kurzfristig am Spotmarkt, langfristig am Terminmarkt. Börsenpreise sind transparent und bilden die Basis, auf der Sonderverträge kalkuliert und Tranchen eingekauft werden.

Was ist ein EVU?

E

EVU steht für Energieversorgungsunternehmen – den Lieferanten, mit dem Ihr Stromliefer- oder Gasliefervertrag besteht. GrundKraft ist bewusst kein EVU: Wir beraten und verhandeln auf Ihrer Seite, der Liefervertrag läuft direkt zwischen Ihnen und dem Versorger.

Was ist das Frontjahr?

F

Das Frontjahr ist das nächste volle Kalenderjahr aus Sicht des Handels – 2027, wenn wir in 2026 stehen. Der Frontjahr-Preis ist die wichtigste Referenz für Lieferverträge, weil die meisten Sonderverträge für kommende Kalenderjahre abgeschlossen werden.

Was ist der Grundpreis?

G

Der Grundpreis ist der feste Betrag pro Monat oder Jahr, der unabhängig vom Verbrauch anfällt – für Messung, Abrechnung und Bereitstellung. Beim Tarifvergleich zählt deshalb immer die Summe aus Grundpreis und Arbeitspreis, gerechnet auf Ihren tatsächlichen Jahresverbrauch.

Was ist die Grundversorgung?

G

In die Grundversorgung fallen Abnahmestellen automatisch, wenn kein Liefervertrag besteht – etwa nach einem Auszug oder einer Versorger-Insolvenz. Sie ist meist der teuerste Tarif am Ort, aber mit zwei Wochen Frist kündbar. Wer in der Grundversorgung landet, sollte schnell wechseln.

Was ist ein Herkunftsnachweis?

H

Ein Herkunftsnachweis (HKN) belegt, dass eine Megawattstunde Strom aus einer bestimmten Erzeugungsart stammt. Er wird im Herkunftsnachweisregister des Umweltbundesamts geführt und entwertet. Nur mit HKN darf Strom als Strom aus 100 % erneuerbarer Energie verkauft werden.

Was ist HT/NT (Doppeltarif)?

H

HT/NT steht für Hochtarif und Niedertarif: Ein Doppeltarifzähler zählt Verbrauch tagsüber (HT) und nachts bzw. am Wochenende (NT) getrennt, weil Strom nachts günstiger beschafft werden kann. Typisch bei Nachtspeicherheizung oder Wärmepumpe. Ob Sie HT/NT haben, zeigt Ihre Rechnung: Sie weist dann zwei Arbeitspreise aus.

Was ist der Investitionsabzugsbetrag (IAB)?

I

Der IAB nach §7g EStG erlaubt kleinen und mittleren Betrieben, bis zu 50 % geplanter Investitionskosten bis zu drei Jahre vor der Anschaffung gewinnmindernd anzusetzen. Bei PV-Projekten senkt das die Steuerlast, bevor die Anlage steht. Die Details gehören in die Hand Ihres Steuerberaters.

Was ist die Kilowattstunde (kWh)?

K

Die Kilowattstunde ist die Abrechnungseinheit für Energie: 1 kWh entspricht einer Stunde Leistung von 1.000 Watt – etwa ein Backofen auf voller Stufe. Ein Haushalt verbraucht rund 3.000 kWh Strom im Jahr, eine Bäckerei schnell 120.000 kWh. Ab 30.000 kWh beginnt der Sondervertragsbereich.

Was ist die Konzessionsabgabe?

K

Die Konzessionsabgabe zahlt der Netzbetreiber an die Kommune für die Nutzung öffentlicher Wege – und reicht sie über den Strompreis an Sie weiter. Sie ist gesetzlich gedeckelt und je nach Gemeindegröße unterschiedlich; für Sondervertragskunden gilt ein reduzierter Satz von 0,11 ct/kWh.

Was ist Kilowatt-Peak (kWp)?

K

Kilowatt-Peak misst die Nennleistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen. Als Faustwert erzeugt 1 kWp in Deutschland etwa 950–1.050 kWh* pro Jahr. Unsere Renewables-Projekte beginnen bei 100 kWp – das entspricht grob 500 m² Modulfläche.

Was ist der Lastgang?

L

Der Lastgang ist Ihr Verbrauchsprofil in Viertelstunden-Auflösung, erfasst per RLM-Messung. Er zeigt, wann Ihr Betrieb wie viel Energie zieht – Öfen am Morgen, Kühlung über Nacht. Wer seinen Lastgang kennt, verhandelt bessere Konditionen, denn der Versorger muss weniger Risiko einpreisen.

Was ist der Leistungspreis?

L

Der Leistungspreis bepreist die höchste Viertelstunden-Leistung des Jahres in €/kW – er ist Teil der Netzentgelte für RLM-Kunden. Eine einzige Lastspitze kann Tausende Euro kosten. Lastspitzen-Management ist deshalb einer der schnellsten Hebel zur Kostensenkung.

Was ist der Lieferantenwechsel?

L

Der Lieferantenwechsel ist der Wechsel des Energieversorgers an einer Abnahmestelle. Er dauert für Gewerbekunden in der Regel 4 bis 6 Wochen, läuft über standardisierte Marktprozesse und ist gesetzlich unterbrechungsfrei – die Versorgung setzt nie aus.

Was ist der Messstellenbetreiber?

M

Der Messstellenbetreiber (MSB) baut, betreibt und wartet Ihren Zähler – klassisch wie intelligent. Grundzuständig ist meist der örtliche Netzbetreiber; Sie dürfen den MSB aber frei wählen, etwa für ein intelligentes Messsystem mit Lastgang-Zugriff.

Was ist ein Netzbetreiber?

N

Der Netzbetreiber betreibt das Strom- oder Gasnetz Ihrer Region, garantiert den Anschluss und die Versorgungssicherheit – unabhängig davon, bei wem Sie Energie kaufen. Beim Lieferantenwechsel bleibt der Netzbetreiber immer derselbe; es ändert sich nur der Lieferant.

Was ist das Netzentgelt?

N

Netzentgelte sind die Gebühren für Transport und Verteilung der Energie durch die Netze – festgelegt je Netzgebiet, genehmigt von der Bundesnetzagentur. Sie machen beim Strom rund ein Viertel des Endpreises aus und sind nicht verhandelbar; verhandelbar ist der Energieanteil.

Was ist Peak (Peakload)?

P

Peak oder Peakload bezeichnet Stromlieferung in den verbrauchsstarken Stunden, börsentäglich von 8 bis 20 Uhr. Peak ist teurer als Base, weil dann Industrie und Gewerbe gleichzeitig ziehen. Betriebe mit Tageslast zahlen deshalb mehr für ihr Profil als reine Dauerläufer.

Was ist die Preisbindung?

P

Die Preisbindung ist der Zeitraum, in dem Ihr Versorger Arbeits- und Grundpreis nicht ändern darf – zu unterscheiden von der Vertragslaufzeit. Üblich sind 12 bis 24 Monate; über Sonderverträge sind bis zu 5 Jahre* erreichbar. Je länger die Bindung, desto planbarer Ihre Kalkulation.

Was ist die RLM-Messung?

R

RLM steht für registrierende Leistungsmessung: Der Zähler erfasst Ihren Verbrauch alle 15 Minuten und übermittelt ihn automatisch. Pflicht ab 100.000 kWh Strom bzw. 1,5 Mio. kWh Gas im Jahr, auf Wunsch früher. Die RLM-Daten ergeben den Lastgang – Ihre Verhandlungsbasis.

Was ist das Standardlastprofil (SLP)?

S

Das Standardlastprofil ist eine typisierte Verbrauchskurve für Kunden ohne RLM-Messung – etwa „Gewerbe werktags". Der Versorger beschafft nach diesem Schätzprofil statt nach Ihrem echten Verbrauch. Wer über der SLP-Grenze liegt, sollte auf RLM wechseln: Echte Daten schlagen Schätzungen.

Was ist ein Smart Meter?

S

Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) misst digital und übermittelt Verbrauchswerte automatisch über ein Gateway. Es macht Lastgang-Daten auch unterhalb der RLM-Pflicht verfügbar – die Grundlage, um Verbrauch zu analysieren und Beschaffung zu optimieren.

Was ist ein Sondervertragskunde?

S

Sondervertragskunde ist, wer mehr verbraucht, als Standardtarife abdecken: ab 30.000 kWh Strom bzw. 50.000 kWh Gas im Jahr. Konditionen entstehen dann in Verhandlung statt in Preislisten – Laufzeit, Preisbindung und Tranchen-Modell sind individuell gestaltbar.

Was ist der Spotmarkt?

S

Am Spotmarkt wird Energie für den nächsten Tag (Day-Ahead) oder denselben Tag (Intraday) gehandelt. Die Preise schwanken stündlich mit Wetter und Nachfrage. Spotmengen ergänzen in der Tranchen-Strategie die langfristig gesicherten Mengen um einen flexiblen Anteil.

Was ist Strom aus 100 % erneuerbarer Energie?

S

Strom, dessen Menge vollständig über Herkunftsnachweise aus erneuerbaren Erzeugungsanlagen belegt ist – prüfbar im Register des Umweltbundesamts, auf Wunsch mit ok-power-Siegel. Der Aufpreis liegt typischerweise bei 0,2–0,5 ct/kWh* und kann für ESG-Berichte relevant sein.

Was ist die Stromkennzeichnung?

S

Die Stromkennzeichnung ist die gesetzlich vorgeschriebene Angabe, aus welchen Energieträgern der gelieferte Strom stammt – inklusive CO₂-Emissionen und radioaktivem Abfall. Jeder Versorger muss sie jährlich veröffentlichen; unsere finden Sie im Footer, Basisjahr 2025.

Was ist der Terminmarkt?

T

Am Terminmarkt wird Energie für zukünftige Zeiträume gehandelt – Monate, Quartale, Kalenderjahre. Hier werden Tranchen eingekauft und Preise für kommende Lieferjahre gesichert. Wer 12 bis 24 Monate vor Lieferbeginn handelt, kauft ohne Zeitdruck.

Was ist eine Tranche?

T

Eine Tranche ist eine Teilmenge Ihres Jahresbedarfs, die zu einem eigenen Zeitpunkt eingekauft wird. Die Tranchen-Strategie verteilt den Einkauf auf 4 bis 6 Termine über das Jahr: Statt der Wette auf einen einzigen Tag erhalten Sie einen Durchschnittspreis – das Modell der Industrie.

Was sind Vollbenutzungsstunden?

V

Vollbenutzungsstunden ergeben sich aus Jahresverbrauch geteilt durch höchste Leistungsspitze – sie beschreiben, wie gleichmäßig ein Betrieb Energie zieht. Ab 2.500 Stunden gelten Sie als atypisch gleichmäßig und zahlen andere Netzentgelte. Ein Wert, den Ihr Lastgang verrät.

Was ist der Zählpunkt (MaLo-ID)?

Z

Der Zählpunkt – heute Marktlokations-ID (MaLo-ID) – ist die eindeutige Nummer Ihrer Abnahmestelle im Energiemarkt. Sie steht auf jeder Rechnung und macht Wechsel und Abrechnung eindeutig, auch wenn sich Zähler oder Lieferant ändern.

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Fragen Sie uns direkt – wir erklären jeden Begriff am Telefon: 02841 – 65 73 984.

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